Bericht der Jahreshauptversammlung am 05. Dezember 08
Die Bevölkerung in der Pflicht
Kommandant Schmidt beklagt mangelnde Unterstützung - Übungen werden 2009 forciert
"Routine mit Würze", so ließe sich die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Fichtenberg kurz und bündig charakterisieren. Reichlich Diskussionsstoff lieferte das Thema Feuerwehrgerätehaus.
KARL-HEINZ RÜCKERT
Fichtenberg Erfreuliches nahm Kommandant Klaus Schmidt gleich vorweg. Die Fichtenberger Wehr konnte im vergangenen Jahr sechs Neuzugänge verzeichnen. Davon kamen drei, nämlich Alexander Kühnle, Stephan Braun und Simon Feucht, aus der eigenen Jugendfeuerwehr. Leider standen dem zwei Austritte bewährter Feuerwehrleute gegenüber, die aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen ihren Dienst quittierten. Sie hinterlassen in der Mannschaft eine große Lücke.

Mit einer Mannschaftsstärke von 25 Aktiven war die Fichtenberger Wehr im vergangenen Jahr stets einsatzfähig. Dabei bewältigte sie zehn Einsätze. Öffentlichkeitswirksam trat die Feuerwehr beim Sonnwendfeuer und mit dem Schlachtfest auf. Eine groß angelegte Übung wurde mit Unterstützung der Oberroter Feuerwehr an der Grund- und Hauptschule in Fichtenberg durchgeführt.
Schmidt bemängelte in seinem Bericht die fehlende Unterstützung seitens der Bevölkerung, die sich negativ auf die Motivation der ehrenamtlich engagierten Feuerwehrleute auswirke. Die dadurch entstandene mangelnde Übungsbereitschaft innerhalb der Wehr will der Kommandant im kommenden Jahr nicht mehr akzeptieren. Allen, die ihren Dienst über das Notwendige hinaus versahen dankte Klaus Schmidt besonders. Aktive Wehr und Jugendfeuerwehr beteiligten sich am Kreisfeuerwehrtag in Stimpfach. Die Teilnahme an den Funkübungen im Limpurger Land war für die Feuerwehrleute in Fichtenberg ebenso selbstverständlich wie die Teilnahme an Kommandantendienstbesprechungen. Kommandant Schmidt dankte abschließend besonders Kreisbrandmeister Jürgen Mors, dem Kreisfeuerwehrverband und den Kommandanten der Nachbarwehren für die hilfreiche Unterstützung. Vertreter dieser Organisationen waren bei der Versammlung zahlreich vertreten. Ausdrücklich bedankte sich Schmidt bei den Arbeitgebern, die Feuerwehrangehörige beschäftigen und zu Einsatzfällen freistellen.
Vierzehn Jugendliche, darunter drei Mädchen, beteiligen sich regelmäßig an den Übungen und Veranstaltungen, berichtete Alexander Kühnle für die Jugendfeuerwehr.
Gut bestückt mit einem kleinen Zuwachs bilanzierte Martin Schmidt den Kassenstand der Kameradschaftskasse. Das fanden auch Volker Traub und Martin Stein bei ihrer Kassenprüfung.
Jeder der mitarbeitet tut etwas Gutes, lautete der Tenor im Appell von Bürgermeister Roland Miola. Zur Struktur- und Personalentwicklung in einzelnen Bereichen will Miola demnächst mit der Wehr diskutieren. Lob und Anerkennung ernteten die Feuerwehrleute vom Bürgermeister für ihr verantwortliches Engagement, das sie ohne Schaden zu nehmen gezeigt hätten.
Die ganze Palette an Einsätzen sei von der Fichtenberger Wehr im vergangenen Jahr geleistet worden, stellte Kreisbrandmeister Jürgen Mors fest. Neben den Lehrgangsangeboten ging er auch auf anstehende rechtliche Veränderungen im Feuerwehrwesen ein. Zur Übertragung der Feuerschutzsteuer an den Bund forderte der Kreisbrandmeister den Erhalt der Zweckbindung und Länderkompetenz, die sonst verloren gingen. Die anstehenden parlamentarischen Beratungen zur Änderung des Landesfeuerwehrgesetzes sehen neben einer Herabsetzung des Übergangs von der Jugendfeuerwehr zur aktiven Wehr auf 17 Jahre, eine Entlastung der Gemeinden bei der Überlandhilfe und die Anpassung der Vergütungssätze vor.
Zum zehnjährigen Bestehen der Notfallseelsorge im Kreis soll im Januar ein Förderverein gegründet werden. Grußworte der Vertreter der Feuerwehrorganisationen schlossen sich den Ausführungen des Kreisbrandmeisters an.
Quelle: Rundschau Gaildorf, Erscheinungsdatum: Montag 08.12.2008
PERSONELLES
Bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Fichtenberg standen neben Verpflichtungen, Beförderungen und Auszeichnungen auch Verabschiedungen auf der Tagesordnung. Kommandant Klaus Schmidt verpflichtete per Handschlag Martin Stein, Ralph Munz, Alexander Kühnle, Stephan Braun und Simon Feucht für den Feuerwehrdienst in der aktiven Wehr. In geheimer Wahl wurden Klaus Schmidt als Kommandant und Peter Hirth als stellvertretender Kommandant in ihren Ämtern bestätigt. Neuer Schriftführer ist Martin Stein. Für den zehnjährigen Einsatz als Kommandant ehrte Bürgermeister Roland Miola Brandmeister Klaus Schmidt und verband damit gleichzeitig seine Beförderung zum Oberbrandmeister. Nach mehr als 20 Jahren gab Axel Dietrich sein Amt als Schriftführer auf. Sein Engagement würdigte der Bürgermeister mit einem Geschenk. In verschiedenen Stufen schlossen fünf Feuerwehrkameraden erfolgreich beim bayrischen Leistungsabzeichen ab. Alexander Kühnle, Ralph Munz und Martin Stein erreichten das Leistungsabzeichen in Bronze, Mathias Maier in Silber und Klaus Schmidt in Gold. kr
Wie bekommen wir die Kuh vom Eis?
Feuerwehr fordert bei Verwaltung und Räten Mitspracherecht ein
In der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Fichtenberg wurde natürlich auch eifrig über das Thema Feuerwehrgerätehaus debattiert.
Fichtenberg In den Berichten des Feuerwehrkommandanten Klaus Schmidt, wie des Alterskommandanten Albrecht Schmidt, tauchten in der Generalversammlung der Fichtenberger Wehr immer wieder kritische Anmerkungen über die langwierigen Beratungen und kontroversen Entscheidungen in den Gremien zu den geplanten baulichen Erweiterungen des Feuerwehrgerätehauses auf. Bürgermeister Roland Miola trat den Äußerungen entschieden entgegen.
Kommandant Klaus Schmidt sah in der "hartnäckigen Diskussion" um den Verbleib der Feuerwehr einen Grund dafür, dass sich die Wehr schwer tue, neue Mitstreiter zu finden. Er bemängelte die langwierigen Diskussionen, die sich seit Oktober 2007 hinzögen. Für dem Kommandanten unverständlich ist auch die Tatsache, " . . . dass weder Gemeinderat noch Gemeindeverwaltung unseren Argumentationen hinsichtlich des Standortes in Bezug auf die neue Umgehungsstraße keinerlei Bedeutung beimessen".
Auch Altersabteilungsleiter Albrecht Schmidt fand kritische Worte zu diesem Thema. Mit dem Abriss des Alten Feuerwehrmagazins für einen Anbau an das Gerätehaus entstehe ein "Dreckloch". Andererseits wäre die Situation für die Feuerwehr am jetzigen Standort unzumutbar, wenn das Spritzenhäusle stehen bliebe. Er forderte daher eine klare Entscheidung: "Ja, oder Nein für ein neues Feuerwehrgerätehaus." Ohne sich für die eine oder andere Lösung festzulegen, appellierte Bürgermeister Roland Miola an einen sachlichen Umgang mit dem Thema. Die Feuerwehr sei bisher gut bedient gewesen und habe die Inhalte mitgetragen. Auch die jetzige Planung entspreche den Wünschen der Wehr. Dabei erkannte der Bürgermeister sehr wohl die Brisanz der Diskussion. Mit einem Neubau wäre die Feuerwehr zufrieden. Ein Abriss des alten Magazins bedeute "emotionale Differenzen" in der Bevölkerung. Für ihn sind daher Sachlichkeit und Auskommen gefragt, zumal sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema beschäftigen müsse. Jedenfalls bestehe eine Chance eine bessere Situation zu erreichen. "Wie bekommen wir die Kuh vom Eis?", darüber machten sich auch die versammelten Feuerwehrleute Gedanken und forderten die Prüfung möglicher Optionen beim Fortbestand am jetzigen Standort des Feuerwehrgerätehauses. Besonders die Verkehrs- und Parksituation in der Rathausstraße soll dazu besonders unter die Lupe genommen werden. Darüber waren sich die kontroversen Diskutanten einig. kr
Quelle: Rundschau Gaildorf, Erscheinungsdatum: Montag 08.12.2008
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